So vermeiden Sie Betrug im Internet – 5 Tipps speziell für ältere Nutzer

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Eset

in Deutschland und der Schweiz sind mehr als die Hälfte der über 65-jährigen online. Die Generation >>Gold-Surfer<< gerät dabei nach  Einschätzung von Thomas Uhlemann, ESET Security Specialist, immer stärker in den Fokus von Kriminellen. Diese haben bereits damit begonnen zielgruppenspezifische und bewährte Betrugsmethoden in die digitale Welt zu transferieren.

Doch was macht ältere Menschen so anfällig für Online-Betrug? „Betrüger nutzen insbesondere das Vertrauen und in manchen Fällen auch altersbedingte Einschränkungen aus. Außerdem sind Senioren in einer Zeit aufgewachsen, in der die jetzigen Technologien nicht zum Alltag gehörten“, so Thomas Uhlemann. Was die häufigsten Angriffsmethoden sind und wie Senior-Surfer sich verhalten und schützen können, hat der ESET-Experte in seinem heutigen Blogbeitrag „So vermeiden Sie Betrug im Internet – 5 Tipps speziell für ältere Nutzer“ auf WeLiveSecurity zusammengefasst.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte nachfolgender Pressemitteilung. Gerne stehen wir Ihnen bei Rückfragen und für Interviews zur Verfügung.

+++ So tappen Senioren nicht in die Cyber-Falle +++

Manche meinen, dass ältere Menschen einem höheren Risiko als ihre Kinder oder Enkel ausgesetzt sind, auf Betrüger hereinzufallen. Allein in den USA entsteht Senioren ein Schaden von 3 Milliarden Dollar jährlich. Dies geschieht durch verschiedene Betrügereien wie Diebstahl im Netz und Vertrauensmissbrauch. Diese Zahlen sind jedoch wenig repräsentativ, da die meisten Opfer sich zu sehr schämen, diese Fälle anzuzeigen und somit zuzugeben, dass sie auf einen Betrug hereingefallen sind.

Doch was macht ältere Menschen so anfällig für Online-Betrug? Betrüger nutzen insbesondere das Vertrauen und in manchen Fällen auch altersbedingte Einschränkungen aus. Außerdem sind Senioren in einer Zeit aufgewachsen, in der Technologie nicht zum Alltag gehörte und grundlegende Cybersecurity Trainings vom Arbeitgeber noch gar kein Thema waren.

Vor diesem Hintergrund beschließen wir unsere diesjährige Reihe zum „Antimalware Day“ mit Tipps (nicht nur) speziell für ältere Nutzer, damit diese vor Internet-Betrügern sicher bleiben.

Seien Sie skeptisch

Vertrauen Sie niemals Fremden im Internet. Stattdessen sollten Sie immer davon ausgehen, dass jede unerwartete Nachricht ein Betrugsversuch sein könnte. Leider muss diese Vorsicht heutzutage auch auf E-Mails von jemandem stammen, den Sie kennen (könnten). E-Mails und deren Absender lassen sich leicht fälschen. Das gleiche gilt für Nachrichten auf dem Handy oder in sozialen Netzwerken wie Facebook & Co.
Achten Sie speziell auf eventuelle Ungereimtheiten in Bezug auf den Absender und den Nachrichteninhalt. Im Zweifel löschen Sie die Nachricht. Zur Not kann man sich auch telefonisch bei guten Bekannten rückversichern.

Klicken sie nichts an

Phishing Angriffe sind die häufigste Methode, mit denen Kriminelle versuchen, an Ihre sensiblen Daten, wie Kreditkarteninformationen oder Zugangsdaten zu gelangen. Dies geschieht durch perfekt gefälschte Mails, die vorgeben, von Ihrer Bank oder Online-Dienst zu stammen. Meist bitten Sie diese Mails um „eine Überprüfung Ihrer Daten“. Gehen Sie auch hier immer von einem Betrugsversuch aus. Klicken Sie weder auf Links im Mail-Text und öffnen Sie keine E-Mail-Anhänge. Ihre Bank etwa, wird Ihnen immer einen echten Brief mit vertraulichen Informationen schicken. Auch hier können Sie sich in den meisten Fällen telefonisch rückversichern.

Niemand hat etwas zu verschenken

Neben Phishing Mails können Ihnen die Betrüger auch Gewinn-Benachrichtigungen zu angeblichen Preisen schicken. Lotteriegewinne, ohne dass Sie gespielt haben, oder Lotterien von Firmen wie Coca-Cola sind beliebte Betrugsversuche. Oft wird von Ihnen verlangt, dass Sie persönliche Daten „bestätigen“ oder vorab eine angebliche Schutz- oder Transaktionsgebühr überweisen sollen, um an Ihren vorgeblichen „Gewinn“ zu gelangen. Typischerweise wird im Text zusätzlicher Druck aufgebaut – etwa durch eine ablaufende Zeitspanne. Legitime Lotterien verlangen nie eine Gebühr von Ihnen zur Auszahlung des Gewinns.

Überweisen Sie kein Geld an Fremde

Online-Dating-Betrug, bei dem das Opfer dazu gebracht werden soll, Geld oder persönlichste Informationen an die Kriminellen zu senden, war die zweitteuerste Betrugsmasche, auf die Menschen aller Altersklassen im Jahre 2018 hereingefallen sind. Zusammengenommen ist so allein in den USA ein Schaden von 362 Millionen Dollar entstanden. Ein kürzlicher Bericht des FBI zeigt zudem, dass fast ein Drittel der arglosen Opfer außerdem für Geldwäsche-Kampagnen missbraucht und sie somit ungewollt und unwissentlich zu Verbrechenskomplizen wurden. Betrug rund um Online-Dating-Plattformen ist ganz vorn dabei, wenn es darum geht, vorrangig ältere Menschen auszunutzen. Da gerade Einsamkeit eines der Hauptprobleme im Alter ist, haben Kriminelle oft leichtes Spiel.

Legen Sie auf

Bei gefälschten Support-Anrufen versuchen Cybergangster, Sie am Telefon davon zu überzeugen, dass Ihr Computer von einem Virus befallen sei und die Anrufer diesen für Sie beseitigen könnten. Dazu müssten Sie nur ein kleines Programm herunterladen und ausführen, über das die Anrufenden dann auf Ihren PC zugreifen können. Während der Vorwand natürlich gefälscht ist – solche Anrufe sind immer unseriös – stimmt es, dass Sie mit dem erähnten Programm außenstehenden Zugriff auf Ihren Computer gewähren. Das nutzen Kriminelle nun aus, um Ihre Daten zu stehlen oder erst Schadsoftware, die Sie oder Ihre Bankinformationen ausspionieren soll, händisch zu installieren. Gewähren Sie niemals Fremden, die Sie anrufen, Zugriff auf Ihren Computer!

Bonus Tipp

Der letzte Tipp richtet sich hauptsächlich an die jüngeren Leser:
Bleiben Sie im Dialog mit Ihren Eltern und Großeltern und informieren Sie sie über die möglichen Gefahren und Stolpersteine. Zusätzlich dazu, dass Ihre Verwandten so weniger anfällig für Betrügereien sind, fühlen sie sich vielleicht auch ein bisschen sicherer im Netz und weniger alleingelassen.
Quelle: Eset.